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Die 7 größten Fehler beim Immobilienverkauf – und wie Sie sie vermeiden
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Micheal Weber
- erstellt am
Inhaltsverzeichnis
Die 7 größten Fehler beim Immobilienverkauf: und wie Sie sie vermeiden
Die meisten Fehler beim Immobilienverkauf passieren nicht aus Leichtsinn, sondern weil wichtige Schritte in der falschen Reihenfolge kommen. Erst wird ein Verkaufspreis „angesetzt“, dann wird inseriert, dann häufen sich Rückfragen, danach wird die Preisverhandlung unnötig hart. Wer eine Immobilie verkaufen will, egal ob Wohnung verkaufen oder Haus verkaufen, braucht eine saubere Basis aus Marktwert, Unterlagen und einem klaren Ablauf. Dann bleibt der Prozess ruhig, und der Erlös wird nicht durch Druck nach unten gezogen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein falsch gesetzter Verkaufspreis kostet oft mehr als jede einzelne Kostenposition
- Fehlende Unterlagen erzeugen Risiko, und Risiko wird eingepreist
- Ein klares Exposé filtert die richtigen Käufer, nicht nur „mehr Anfragen“
- Unqualifizierte Besichtigungen erzeugen Zeitdruck, und Zeitdruck kostet Geld
- Eine realistische Immobilienbewertung macht Preis und Verhandlung stabil
Fehler 1: Verkaufspreis ohne Marktlogik
Der Verkaufspreis steuert Nachfrage, Tempo und Verhandlungsspielraum. Zu hoch starten sorgt oft für längere Vermarktung und spätere Preisreduktionen, die wie ein Schwächesignal wirken. Zu niedrig starten kann schnell gehen, kostet aber häufig Erlös, weil die obere Preisspanne nie sauber getestet wurde.
Die Lösung ist pragmatisch: Marktwert herleiten, nicht schätzen. Mikrolage, Zustand, Modernisierungen, Zielgruppe, echte Vergleichbarkeit. Erst danach wird entschieden, wie ambitioniert man startet und welche Argumentationslinie später trägt.
Fehler 2: Unterlagen zu spät oder nur stückweise
Sobald Unterlagen fehlen, entsteht Unsicherheit. Und Unsicherheit wird fast immer in Euro übersetzt, als Abschlag oder als Verzögerung. Bei Wohnungen sind es häufig WEG-Themen, bei Häusern oft Flächenangaben, Modernisierungen, Bauunterlagen oder Grundbuchpunkte.
Lösung: Unterlagen vor Vermarktungsstart vollständig strukturieren und proaktiv bereitstellen, damit Käufer- und Bankfragen nicht später den Prozess ausbremsen.
Modul 2: Mini-Checkliste, welche Unterlagen fast immer sofort gefragt sind
Wohnung verkaufen
- Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung
- Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen
- Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung, Rücklagenstand
- Energieausweis, Grundriss, Wohnflächenangaben
Haus verkaufen
- Grundrisse, Wohnflächenberechnung, Baujahr
- Modernisierungsnachweise, Rechnungen, Wartungen
- Energieausweis, Angaben zu Heizung, Dach, Fenstern
- Grundbuchauszug, bei Bedarf Baulasten oder Wegerechte
Fehler 3: Exposé, das beschreibt, aber nicht klärt
Ein Exposé ist Filter, kein Werbetext. Wenn Fotos, Grundrisse und Fakten keine Klarheit schaffen, kommen mehr Anfragen, aber weniger passende. Das kostet Zeit und macht die Verhandlung weicher, weil die Nachfragequalität sinkt.
Lösung: Klarheit statt Floskeln. Zustand, Energie, Stellplatz, Modernisierungen, Besonderheiten. Bei Wohnungen zusätzlich Hausgeld, Rücklagen und Beschlusslage in verständlicher Form.
Mythos vs Realität
- Mythos: Viele Anfragen bedeuten einen guten Verkauf
- Realität: Entscheidend ist, ob die Anfragen finanzierungs- und entscheidungsfähig sind
- Mythos: „Schön formuliert“ verkauft besser
- Realität: Klarheit verkauft besser, weil sie Risiko reduziert
Fehler 4: Besichtigungen ohne Vorqualifizierung
Besichtigungen sind ein Entscheidungsschritt. Ohne Vorqualifizierung entstehen Terminschleifen mit Menschen, die nicht finanzieren können, nicht entscheiden dürfen oder nur schauen. Das erzeugt Zeitdruck, und Zeitdruck führt zu unnötigen Nachlässen.
Lösung: Vorab klären, ob Finanzierung grundsätzlich realistisch ist, wie der Zeitrahmen aussieht und wie entschieden wird. Dann wird die Besichtigung ruhiger und zielführender.
Fehler 5: Preisverhandlung ohne Linie
Hier werden Fehler beim Immobilienverkauf wirklich teuer. Käufer nutzen Hebel, Vergleichsangebote, Zustand, Energie, Modernisierungsbedarf. Sehr oft auch die Gesamtrechnung inklusive Kaufnebenkosten. In Bayern werden Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer gern als Argument genutzt, plus je nach Fall Maklerprovision.
Lösung: Linie vorab festlegen. Was ist wirklich vergleichbar, was nicht. Welche Punkte sind eingepreist. Welcher Spielraum ist sinnvoll, ohne die eigene Position zu schwächen.
Schnelle Entscheidungshilfe
- Wenn viele Anfragen kommen, aber kaum Besichtigungen, dann stimmt meist Preis oder Exposé nicht
- Wenn viele Besichtigungen stattfinden, aber keine nächste Stufe kommt, dann fehlt oft Vorqualifizierung oder Vertrauen
- Wenn Banken auffällig viele Rückfragen stellen, dann sind Unterlagen oder Flächenangaben nicht sauber
- Wenn Käufer auf Kaufnebenkosten argumentieren, dann braucht es eine ruhige Einordnung, keine defensiven Zugeständnisse
Fehler 6: Renovieren am Markt vorbei
Viele investieren in Optik, die geschmacksabhängig ist, und lassen Abschlagshebel offen. Andere investieren gar nicht, obwohl kleine Maßnahmen Vertrauen geschaffen hätten.
Lösung: Priorisieren nach Wirkung. Was Risiken reduziert und Folgekosten planbar macht, stabilisiert den Preis meist stärker als Design-Upgrades.
Fehler 7: Maklerwahl nach Gefühl statt nach Prozessqualität
Ein Makler ist wirtschaftlich nur dann sinnvoll, wenn er den Prozess besser macht. Wertermittlung, Unterlagenlogik, Vermarktung, Vorqualifizierung, Verhandlungsführung bis Notar. In Bayern gehört dazu auch, dass Provision und Kosten transparent erklärt werden.
Lösung: Fragen stellen, die den Ablauf sichtbar machen, nicht nur über Marketing sprechen.
Modul 5: Mini-Checkliste, die die meisten teuren Fehler verhindert
- Marktwert realistisch einordnen, nicht nur schätzen
- Unterlagen vollständig vorbereiten, bevor das Objekt live geht
- Exposé so bauen, dass es Käuferfragen beantwortet
- Interessenten vorqualifizieren, dann besichtigen
- Preisverhandlung mit klarer Linie führen
Kostenloser Immobilienwert als Entscheidungsgrundlage
Viele Fehler beim Immobilienverkauf haben denselben Ursprung: Entscheidungen werden getroffen, bevor der Marktwert belastbar ist. Dann wird der Preis angreifbar, Rückfragen häufen sich, und am Ende entsteht unnötiger Druck.
Eine kostenlose Immobilienbewertung ordnet Lage, Zustand und Nachfrage im lokalen Markt ein und zeigt, welcher Preis realistisch trägt, inklusive typischer Einwände, die später in der Verhandlung auftauchen.
Fazit: Struktur schützt Preis und Nerven
Die größten Verluste entstehen selten durch einen einzigen Patzer. Es sind kleine Lücken, Preis ohne Marktlogik, Unterlagen zu spät, Exposé ohne Klarheit, Besichtigungen ohne Vorqualifizierung, Verhandlungen ohne Linie. Wer diese Punkte sauber strukturiert, verkauft ruhiger, schneller und schützt den Erlös.