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Immobilien als Kapitalanlage im Umland von München
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Micheal Weber
- erstellt am
Inhaltsverzeichnis
Das Münchner Umland ist für Kapitalanleger spannend, weil hier zwei Dinge zusammenkommen. Hohe Nachfrage nach Wohnraum, gleichzeitig oft ein besseres Verhältnis aus Kaufpreis, Miete und Objektqualität als in der Stadt. Trotzdem ist das kein Selbstläufer. Wer einfach „Umland statt München“ kauft, kauft manchmal nur ein anderes Risiko, zum Beispiel schlechtere Vermietbarkeit, schwache Mikrolage oder zu viel Sanierungsdruck.
In diesem Ratgeber geht es darum, wie Kapitalanleger im Umland rund um München realistisch bessere Entscheidungen treffen, ohne sich in Zahlen zu verlieren, die im Einzelfall ohnehin nicht stimmen.
Kapitalanlage im Münchner Umland: warum das Umfeld grundsätzlich attraktiv bleibt
Die Region profitiert seit Jahren von einer breiten Nachfrage, nicht nur aus München, sondern auch durch Arbeitsplätze im Großraum und den generellen Druck auf den Wohnungsmarkt. Gleichzeitig wird Regulierung wichtiger, gerade dort, wo der Markt als angespannt gilt.
Bayern hat zum 1. Januar 2026 die Mieterschutzverordnung neu gefasst. Seitdem gilt die Mietpreisbremse in 285 Städten und Gemeinden, vor allem im Großraum München und im Oberland.
Das ist kein Detail, sondern ein Renditefaktor, weil es die Mietentwicklung bei Neuvermietung begrenzen kann.
Rendite richtig denken: warum viele Anleger im Umland falsch rechnen
Im Alltag scheitern viele Kalkulationen an drei Stellen.
Erstens: Es wird zu viel auf Bruttorendite geschaut, zu wenig auf Risiken, Leerstand und Instandhaltung.
Zweitens: Kaufnebenkosten werden unterschätzt. In Bayern beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent. Dazu kommen Notar und Grundbuch, als Faustregel werden häufig rund 1,5 bis 2 Prozent der Kaufsumme genannt.
Drittens: Modernisierungsbedarf wird schön gerechnet. Nicht nur, weil es teuer ist, sondern weil die Bau- und Handwerkerrealität den Zeitplan sprengt und dadurch Mieteinnahmen später starten.
Mietpreisbremse und Kappungsgrenze: was das für Kapitalanleger konkret bedeutet
In Gemeinden mit Mietpreisbremse darf die Miete bei Neuvermietung von Bestandswohnungen maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.
Zusätzlich kann in angespannten Märkten die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen im Bestand abgesenkt werden, in Bayern zum Beispiel auf 15 Prozent in drei Jahren statt 20 Prozent.
Wichtig ist dabei: Das ist kein „Anleger-Killer“, aber es verändert die Strategie. Wer auf schnelle Mietsteigerungen setzt, wird in regulierten Lagen öfter enttäuscht. Wer auf Vermietbarkeit, stabile Zielgruppen und geringe Leerstandsrisiken setzt, kann damit sehr gut leben.
Für das Umland heißt das auch: Es lohnt sich zu prüfen, ob der konkrete Ort unter die Verordnung fällt. In der Liste des Deutschen Mieterbunds ist zum Beispiel Geretsried aufgeführt, ebenso Wolfratshausen.
Welche Orte im Umland für Kapitalanleger oft sinnvoll sind, und warum
Das ist keine „Top 10 Liste“, weil Kapitalanlage immer über Mikrolage, Objektzustand und Zielgruppe entschieden wird. Trotzdem lassen sich typische Muster erkennen.
Südlich von München: stabile Nachfrage durch Alltagstauglichkeit
Geretsried und Wolfratshausen sind interessant, weil sie für viele Mieter eine funktionierende Alternative zu München sind. Pendeln, Infrastruktur, Natur, und ein Alltag, der nicht nach Wochenendplanung aussieht.
Geretsried ist zusätzlich ein Standort, bei dem Infrastrukturplanung immer wieder in Gesprächen auftaucht. Die S-Bahn-Verlängerung von Wolfratshausen bis Geretsried Süd wird als Projekt beschrieben, inklusive Neubauabschnitten und Haltepunkten.
Für Anleger gilt hier: Solche Themen können Nachfrage und Wahrnehmung beeinflussen, aber der Effekt ist nie pauschal. Nähe zum Haltepunkt ist etwas anderes als „der Ort bekommt eine S-Bahn“.
West und Nordwest: oft breitere Zielgruppen
Im Westen und Nordwesten ist die Nachfrage häufig breit, Familien, Pendler, teilweise auch Kapitalanleger, die in Richtung Gewerbestandorte denken. Das kann die Vermietbarkeit stärken, wenn die Mikrolage passt.
Ost und Nordost: unterschätzt, aber nicht automatisch günstiger
Ost und Nordost werden oft als „Preisvorteil“ gesehen. In der Praxis ist es eher eine Mischung aus Angebotsstruktur, Anbindung und Mikrolagenqualität. Wer hier sauber filtert, findet manchmal bessere Deals, wer nur auf den Ortsnamen schaut, kauft auch mal die falsche Lage.
Welche Immobilie sich als Kapitalanlage im Umland am häufigsten bewährt
Wenn man ehrlich auf die Praxis schaut, funktionieren meist diese drei Typen am zuverlässigsten:
- Solide Bestandswohnungen in guten Mikrolagen, eher „langweilig“, aber vermietbar und finanzierbar
- Kleine bis mittlere Einheiten, wenn Zielgruppe und Grundriss sauber passen, weil die Nachfrage oft breiter ist
- Objekte mit überschaubarem Optimierungspotenzial, nicht Kernsanierung, sondern klare, planbare Maßnahmen
Was weniger gut funktioniert, ist das „zu komplizierte Objekt“. Also hohe Sanierungslast, unklare Unterlagen, schwierige Eigentümergemeinschaft, oder eine Lage, die nur auf dem Papier gut klingt.
10-Punkte-Score: passt diese Immobilie als Kapitalanlage
Das ist eine schnelle Entscheidungshilfe, keine Wissenschaft. Je Punkt 0 bis 2, maximal 10.
- Mikrolage: ruhig, alltagstauglich, gute Wege, 0 bis 2
- Vermietbarkeit: Grundriss, Licht, Parken, Abstellfläche, 0 bis 2
- Zustand und Technik: Heizung, Elektrik, Dach, Fenster, 0 bis 2
- Recht und Unterlagen: vollständig, nachvollziehbar, keine Überraschungen, 0 bis 2
- Mietlogik: passt zur ortsüblichen Vergleichsmiete, realistisch innerhalb Regulierung, 0 bis 2
Interpretation:
- 8 bis 10 Punkte: häufig solide Kapitalanlage, wenn die Zahlen passen
- 5 bis 7 Punkte: kann funktionieren, aber nur mit klarer Strategie
- 0 bis 4 Punkte: eher Finger weg, oder nur für Profis mit starkem Netzwerk
Typische Fehler, die Anleger im Münchner Umland Geld kosten
Der häufigste Fehler ist, die Rendite über die Miete „erzwingen“ zu wollen, statt sie über Qualität und geringe Risiken zu sichern. Gerade mit Mietpreisbremse wird das schnell frustrierend.
Der zweite Fehler ist, Kaufnebenkosten und Modernisierung nicht als echte Renditebremse zu behandeln. Grunderwerbsteuer plus Notar plus Grundbuch sind keine Nebensache, sie entscheiden oft, ob die Rechnung überhaupt trägt.
Der dritte Fehler ist, eine Wohnung wie ein Eigenheim zu kaufen. Kapitalanlage braucht nicht „Wow“, sie braucht Vermietbarkeit, Planbarkeit und saubere Zahlen.
Kostenloser Immobilienwert: der schnellste Weg zu einer belastbaren Entscheidung
Gerade bei Kapitalanlagen entscheiden kleine Unterschiede über sehr viel. Eine Wohnung kann auf dem Papier günstig wirken, ist es aber nicht, wenn die Miete im Rahmen der Vergleichsmiete gedeckelt ist oder wenn in den nächsten Jahren hohe Maßnahmen anstehen.
Eine kostenlose Immobilienbewertung hilft dabei, den Marktwert realistisch einzuordnen, die Lage sauber zu bewerten und die wichtigsten Preistreiber sichtbar zu machen. Damit wird aus Bauchgefühl eine Entscheidung, die sich rechnen kann.
Kurz beantwortet: häufige Fragen zur Kapitalanlage im Münchner Umland
Ist das Umland immer günstiger als München?
Oft ja, aber nicht automatisch. Entscheidend ist die Mikrolage und der Zustand, nicht der Ort auf dem Exposé.
Muss ich Mietpreisbremse berücksichtigen?
Wenn die Immobilie in einer betroffenen Gemeinde liegt, ja. In Bayern gilt sie ab 2026 in vielen Kommunen, inklusive der 10-Prozent-Grenze bei Neuvermietung von Bestandswohnungen.
Welche Kaufnebenkosten sind in Bayern typisch?
Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent, plus Notar und Grundbuch, oft grob 1,5 bis 2 Prozent als Faustregel.
Wenn du als nächstes einen sehr konkreten Folgeartikel willst, zum Beispiel „Bruttorendite vs Nettorendite im Umland“ oder „Wie man vermietete Wohnungen korrekt bewertet“, sag einfach das Thema, dann baue ich ihn im gleichen Stil auf.